Eurodetectors

Tipps für Schatzsucher

Mögliche Fundstellen. Wo können wir Relikte aus der Vergangenheit finden?

Es ist manchmal schwer vorstellbar, dass das Leben nicht immer so war wie heute: Aber unzählige Generationen haben die Erde vor uns bevölkert. Sie lebten in Friedenszeiten vielleicht mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie wir es heute tun. Doch diese Zeiten wurden oft von Unruhen und Kriegen unterbrochen. Man musste sein Leben schützen und sein Hab und Gut verbergen, um seine Existenz zu sichern. Viele kleinere und größere Schätze wurden im Boden versteckt, wobei nicht jeder die Gelegenheit hatte, Verborgenes später wieder an sich zu nehmen. Aber auch im Alltag wurde vieles verloren, etwa bei der Arbeit, beim Bezahlen auf dem Markt oder vielleicht auch bei Streitigkeiten.

Unser Boden steckt voller Geschichte. Die Suche mit einem Metalldetektor ist wie eine Zeitreise: Wenn wir eine Münze oder ein anderes verlorengegangenes Objekt direkt zu unseren Füßen im Boden finden, erkennen wir unmittelbar, dass wir uns auf den Spuren unserer Vorfahren bewegen. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Wenn wir uns erste Gedanken über mögliche Orte machen, an denen wir uns mit dem Metalldetektor auf Schatzsuche begeben, denken wir vielleicht an Burgen, Schlösser oder antike Bauwerke. Sie scheinen zunächst die einzigen sichtbaren Spuren der Vergangenheit zu sein. Jedoch gelten diese Stätten als Bodendenkmäler, hier ist die Suche mit dem Metalldetektor ohne Genehmigung verboten. Dies sollte von Sondengängern respektiert werden!

Die vermutlich am häufigsten von Sondengängern besuchten Platze sind neben Wäldern vermutlich Äcker und Felder. Durch jahrzehntelangen Ackerbau ist auf Äckern die oberste Erdschicht durch den Pflug gestört, so dass von Sondengängern hier kaum Schaden angerichtet werden kann. Interessant sind Felder, die im Mittelalter und der frühen Neuzeit mit Fäkalien aus benachbarten Stätten gedüngt wurden. Hier wurden schon viele interessante Funde gemacht.

Zum leichteren Einstieg in die Schatzsuche haben wir nachfolgend einige Orte zusammengestellt, an denen Sie mit etwas Glück fündig werden können.

alter Hohlweg

Alte Hohlwege

Alte Hohlwege sind oft ein Ausgangspunkt bei der Schatzsuche. Schon vor hunderten von Jahren war das Land von unzähligen Fernstraßen und Handelswegen (z.B. "Hohe Straße") durchzogen, auf denen Menschen quer durch das Land reisten.

Zoll- und später Poststationen säumten diese alten Handelswege. Hier haben sich neben ganzen Armeen Söldner, Händler mit Ihrer Ladung oder Pilgerreisende (Pilgerwege)bewegt.

Da diese Wege manchmal verschlammt und nicht passierbar waren, befinden sich zum Ausweichen oft mehrere Hohlwege direkt nebeneinander

Besonders an Steigungen wurde vieles verloren, weil der Wagen mühsam nach oben gezogen werden musste.

Wegkreuz

Wegkreuze

Von besonderem Interesse sind Wegkreuze, die oft an der Kreuzung zweier alter Wege stehen. Hier hat man oft Rast eingelegt.

Steinkreuze werden oft Schwedenkreuze oder Sühnekreuze genannt. Manchmal wurden sie aufgrund eines Gelübdes, aus Dank nach der Errettung aus einer Notlage wie Krieg, Krankheit, Seuche oder Lebensgefahr, gestiftet und errichtet (Votivkreuze).

 

Grenzstein

Grenzsteine

Ein Grenzstein (auch Markstein oder Bannstein) ist eine Kennzeichnung von Grenzpunkten. An den Grenzen von Landgütern oder herrschaftlichen Wäldern gibt es noch zahlreiche historische, künstlerisch ausgeführte Grenzsteine mit Wappen oder Inschriften. Zur Markierung kirchlichen Grundbesitzes wurden ebenso Grenzsteine gesetzt. Interessant für die Suche ist dabei das Gebiet entlang einer Reihe von Grenzsteinen.

Wanderer haben Grenzsteine sicher zum Sitzen benutzt und dabei vielleicht etwas verloren.Als Markierungspunkt für ein Versteck eignen sich Grenzsteine natürlich auch. Mir sind Fälle von Münz- und Schmuckfunden an Grenzsteinen bekannt.

Quelle

Quellen, Wasserstellen und Brunnen

Quellen waren bereits heilige Opferstellen der Germanen, an denen Funde gemacht werden können. Auch Wanderer haben gerne direkt aus einer Quelle getrunken, weil das Wasser hier nicht verunreinigt ist. Es kann sich lohnen, Bäche bis an die Quelle zu verfolgen und abzusuchen. Dabei ist zu beachten, dass sich die genaue Stelle, an der das Wasser an die Oberfläche dringt, im Laufe der Jahrhunderte verändert haben kann.

Auch andere Wasserstellen und Brunnen verdienen die Aufmerksamkeit von Schatzsuchern.

 

Flussmündung

Flussmündungen, Brücken und Furten

Flussmündungen sind interessante Suchgebiete. Auch Brücken und Furten über Flüsse und Bäche verdienen immer besondere Beachtung.

Flussmündungen sind strategisch wichtige Punkte, da sich hier Wasserwege verbinden. Heute liegen oft Städte in der Nähe von Flussmündungen, aber auch in früheren Zeiten haben sich hier oft Siedlungen befunden.

Auch heute noch sind Flussmündungen ein beliebter Ort zum Baden und Grillen.

 

Tal

Täler

Täler wurden genutzt, um bergiges, unwegsames Gelände zu durchqueren. Insbesondere Taleingängen haben eine wichtige strategische Bedeutung, denn hier hat man die Kontrolle über diesen Verkehrsweg. Im Mittelalter wurden die Taleingänge oft von Burgen bewacht, um den Transport von Gütern und abgebauten Bodenschätzen zu bewachen.

 

Aussichtspunkte

Aussichtspunkte

Aussichtspunkten auf Hügeln oder Bergkuppen kommt eine hohe strategische Bedeutung zu. Wo man das Umland überblicken kann, kann man z.B. herannahende Truppen frühzeitig sichten.Schon in römischer Zeit und im Mittelalter wurden oft Signalfeuer an solchen Stellen errichtet, die der Kommunikation dienten.

Kloster

Klöster

Klöster wurden meist bereits im frühen Mittelalter gegründet und blicken oft auf eine sehr wechselhafte Geschichte zurück.

Im Zuge der Christianisierung wurden häufig viel ältere Kultplätze als Standorte für Klöster gewählt.

Klöster waren kulturelle Zentren mit meist großem Landbesitz. Es gibt unzählige Geschichten von Klosterschätzen, die in Krisenzeiten , z. B. während der Bauernkriege, verborgen worden sein sollen.

Nachweislich wurden Klöster oft von feindlichen Truppen geplündert. Man kann davon ausgehen, dass im Umfeld von Klöstern noch manche Kostbarkeit im Boden verborgen liegt.

 

Alte Mühle

Alte Mühlen

Alte Mühlen sind Orte, an denen früher viel Betrieb herrschte. Ein Müller war ein angesehener Handwerker, der manchmal über ein ansehnliches Vermögen verfügte.

Neben alten Mühlen sind auch andere Orte, an denen Handwerk betrieben wurde (z.B. frühe Glasverhüttungsplätze), Stellen, an denen mit erhöhter Fund-Quote an Münzen zu rechnen ist.

 

Bauernhaus

Bauernhäuser

Das selbe gilt für alte Bauernhäuser. Bauernhöfe besaßen vereinzelt sogar eine Wehrmauer, um nicht Opfer von Plünderungen zu werden. Es gab viele Hungersnöte in der Vergangenheit, auf Bauernhöfen floss immer Geld, denn hier gab es meistens Lebensmittel.

Das Ersparte wurde oft im Gemäuer oder im Boden versteckt.

 

Viehmarkt

Vieh- und Pferdemärkte

Auch Vieh- und Pferdemärkte waren Orte, an denen viel Geld den Besitzer wechselte. Dabei wird sicherlich die eine oder andere Münze auf dem Boden gelandet sein und noch heute auf ihren Finder warten. Daneben sind auch Rummel- oder Kirmesplätze ein ertragreiches Fundgebiet.

Weinberg

Weinberge

Obwohl auch die Kelten Weinreben pflanzten und mit dem Keltern vertraut waren, intensivierten die Römer den Weinbau. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in den Reben schon römische Funde ans Licht kamen.

Bereits vor über 1000 Jahren wird der Weinanbau an vielen Orten urkundlich erwähnt. Im Mittelalter gehörten die Weinberge Gutsherren, die Tagelöhner für Ihre Arbeit bezahlten. Die Bezahlung erfolgte meist an Ort und Stelle. Hier wurden schon manche Münzhorte gefunden.

 

Steinbruch

Steinbrüche

Seit es aus Stein gemauerte Gebäude gibt, liefern Steinbrüche das Rohmaterial. Zuvor wurden bereits Mühlsteine gebrochen und als Handelsgut weiterverarbeitet.

Im Bereich von alten, überwucherten Steinbrüchen wurden neben Münzen auch antike Werkzeuge gefunden.

 

Schlachtfeld

Antike Schlachtfelder

Antike Schlachtfelder sind natürlich ein beliebter Ort bei Schatzsuchern. Hier kann mit Waffenfunden und historischen Wertgegenständen gerechnet werden.

Da ein Schwert etwa jedoch einen beträchtlichen Wert darstellte, ist es klar, dass Kriegsschauplätze bereits kurz nach der Schlacht intensiv frei Auge abgeräumt wurden.

Daneben sind auch ehemalige Galgen und Richtplätze hochinteressant.

Modernere Schlachtfelder bergen die Gefahr, auf explosives Material zu stoßen. Hier ist allerhöchste Vorsicht geboten! Meiden Sie solche Stellen lieber.

 

Aussicht

Felsen, Bäume, Höhlen

Felsen sind genau wie große Bäume ein unveränderliches Gelände-Merkmal. Ein vergrabener Hort kann in felsigem Gebiet leicht wieder aufgefunden werden. Viele interessante Funde werden an Felsen gemacht.

Unter Felsvorsprüngen konnte man sich verstecken oder bei Unwettern Unterschlupf finden.

Auch Höhlen wurden seit frühester Zeit zu Wohn- und kultischen Zwecken.

Achtung: Die Suche in Höhlen kann lebensgefährlich sein, hier sollten höchste Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

 

Skipiste

Skipisten

Skipisten sind ein Geheimtipp unter Schatzsuchern. Seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts war Skifahren ein Freizeitvergnügen, das zunächst den Reichen vorbehalten war. Hier besteht die Chance, Münzen und vor allem wertvollen Schmuck zu finden. Oft wurden Ringe verloren, da sie sich wegen der Kälte leicht vom Finger lösen.

 

Strände

Badeseen und Strände

Badeseen und Strände gehören zu den klassischen Suchgebieten für Sondengänger.Insbesondere an Sandstränden wird von Badegästen vieles, was heruntergefallen ist, nicht mehr aufgefunden. Sehr interessant können auch alte Strandbäder sein!

An gut besuchten Sandstränden können Sondengänger neben guten Stundenlöhnen in Euro-Stücken auch Schmuck und Wertgegenstände finden.

Achtung: wertvollere Fundstücke müssen nach dem Gesetz im Fundbüro abgegeben werden.

 

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